26. Mai 2014
von Karolin
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die lindenstraße für #bringbackourgirls


Hillary Clinton, Michelle Obama, Malala Yousafzai – sie alle haben sich in den letzten 44 Tagen seit der Entführung von mehr als 200 nigerianischen Mädchen per #BringBackOurGirls zu Wort gemeldet. Ann Coulter, eine US-Ausgabe von Thilo Sarrazin, hat sich ein Eigentor á la Junge Union Berlin geleistet. Marius Müller-Westernhagen posierte zusammen mit Joko, Klaas und Jürgen Vogel mit einem selbst gemalten Schild. Der im selben Kontext entstandene Hashtag #realmendontbuygirls verdient ob seiner Skurrilität einen eigenen Post. Und jetzt eben auch die ARD im Kombinationsangriff Lindenstraße-Tatort-Verbotene-Liebe.

Während der Social-Media-Protest vielerorts die Straßen erreicht hat, versucht sich die ARD nun an einer Twitter-Kampagne. Ohne Twitter. Das Publikum soll Bilder einreichen, auf denen sie mit ihrem eigenen #bringbackourgirls-Schild zu sehen sind. Allerdings per Mail oder auf Facebook.

Nichts, gar nichts, spricht dagegen, Twitter oder Social-Media-Werkzeuge aller Couleur zu nutzen, um ein Bewusstsein für solche Themen zu schaffen und Menschen eine Plattform zu bieten, die wenig bis gar keine Teilhabe an traditionellen Medien haben. Warum aber extrahiert die ARD die Technik aus ihrem Werkzeug und vernachlässigt dabei, dass ihr eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung steht, um Öffentlichkeit zu schaffen?

Das Ergebnis der ARD-Kampagne ist ein Spot, der an Informationen kein Bisschen mehr sparen könnte:

Mitte April sind über 200 Mädchen in Nigeria entführt worden. Wir zeigen unsere Solidarität mit den Familien der Mädchen.

Eine Suche in der ARD-Mediathek bestätigt dann, was unter #bringbackourgirls auf Twitter häufig bemängelt wird: das dürftige Interesse am Thema. Etwa 2 bis 4 Minuten widmete die ARD den Mädchen in den vergangenen Wochen. Und nun diesen einen 30-sekündigen Clip.

Kein Hinweis auf die zahlreichen Proteste in Nigeria. Kundgebungen in Pretoria, London, Nashville. Die Gesichter hinter dem Hashtag. Jede Menge verschenktes Potential.

Einige Gedanken zur (feministischen) Auseinandersetzung mit dieser selektiven Berichterstattung und Konstruktion, sowie zur Solidarität mit den Mädchen aus Chibok äußert Rafia Zakaria:

The proper response to this unequal engagement, in which local stories are transferred to a global context only when they fit the stereotypes of a majority, need not be silence and inattention. Western feminists whose intentions are truly to join forces with the underrepresented brown and black feminisms of Africa and South Asia must go beyond singling out schoolgirls and look deeper when liberating women is used as a pretext for military intervention. The state failures that allow such atrocities to occur are not solved by a meddlesome superpower’s further eviscerating sovereignty and the rule of law, by droning, by surveillance or by ill-conceived intervention.

There was a time, not very long ago, when Western feminists spoke for all women. In Pakistan and Nigeria, Victorian and Edwardian feminists and more commonly the wives of British colonists consistently portrayed black and brown women as uncivilized and imprisoned others, against whom their own liberation could be posed and the exploitation of those lands justified. Given this history, the emergence of the schoolgirl paradigm — in which one side is so visibly unequal, younger and simpler — as the basis of feminist and activist engagement bears just enough resemblance to the past to require further scrutiny and reconsideration. 

 

Zum Thema:
Using #BringBackOurGirls to #GiveFirstLadiesSomethingToDo [Neelika Jayawardane, Africa is a Country]
#WhyHashtagActivismMatters [Ben Scott, New America]
#BringBackOurGirls and the Pitfalls of Schoolgirl Feminism [Rafia Zakaria, Al Jazeera]
#Bringbackourgirls and the complexity of attention [Zeynep Tufekci, Medium]
The Real Story About the Wrong Photos in #BringBackOurGirls [James Estrin, Lens]

13. Mai 2014
von Karolin
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2048 – kommunistenversion

2048 für Kommunisten

Kurz bevor der Hype um 2048 abklingt und die Produktivität weltweit wieder ansteigt, taucht dieser Klon von Anindya Bhattacharyya auf. Marx, Engels, Luxemburg, Trotzki und Co. Alle dabei. Fröhliches Prokrastinieren allerseits!

[via Critical Theory]

 

20. April 2014
von Karolin
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aber die meinungsfreiheit!

Ihr kennt das, Kommentarspalten voller Menschen, die das Recht auf freie Meinungsäußerung mit einem Recht auf Schutz vor Gegenargumenten verwechseln. xkcd hat dieses Phänomen in einen Comic gegossen und Anatol Stefanowitsch hat das Ganze übersetzt.

Bilder und Originaltext: © 2014 by Randall Munroe; übersetzter Text © 2014 Anatol Stefanowitsch

Bilder und Originaltext: © 2014 by Randall Munroe;
übersetzter Text © 2014 Anatol Stefanowitsch
Jeweils unter CC-BY-NC-Lizenz 

Mir fallen auf Anhieb diverse Verwendungsmöglichkeiten ein. Das obligatorische T-Shirt natürlich. Aus aktuellem Anlass dann der Sarrazin-Paperstorm (wer papiersparend druckt, kann 2 Exemplare auf einem A4-Blatt unterbringen und gleich noch Jürgen Elsässer die Welt erklären). Ich liebäugle auch mit einem Handflächentattoo. Ein schönes Gimmick für den nächsten Talk-to-the-hand-Moment. Und kennt sich eigentlich jemand mit der Technik hinter dem Batsignal aus?

7. April 2014
von Karolin
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monty python – the silly walks song

Ich besuche ab jetzt nur noch Tanzveranstaltungen, auf denen das in Dauerschleife läuft.

[via Bits and Pieces]

16. März 2014
von Karolin
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mary lambert – i know girls (body love)

But the time has come for us to
Reclaim our bodies
Our bodies deserve more than to be war-torn and collateral

10. März 2014
von Karolin
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lohnerhöhung in 47 sekunden

Eine Kampagne der schwedischen Gewerkschaft Kommunal:

Watch this woman get a raise in only 47 seconds. Simply by becoming a man. Because being a man is still the easiest way to get a raise.

Mehr Informationen: Hier

[via Osocio]

5. März 2014
von Karolin
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music minutes roundup #3: lykke li, angel haze & sia., trauriger clown covert lorde, foresta, etana, sherieta lewis

Es ist an der Zeit für einen Musiksammelpost. Totgesagte Kategorien leben länger.

Lykke Li. Neues Album. 5. Mai. Ich so:
snoop

 

Moar..

4. März 2014
von Karolin
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dystopie anno 1908: frauen, die rauchen und trinken

Scan: Library of Congress

Cartoon: Harry Grant Dart, 1908
Scan: Library of Congress

 

.. und spielen und wählen dürfen. Diese Horrorvision veröffentlichte das Magazin Puck im Jahre 1908.

Das allgemeine Wahlrecht für (weiße) Frauen wurde in den USA 1920 eingeführt. Eine grausame Welt, in der wir da heute leben. Immerhin hat sich das mit dem „Free Lunch“ nicht durchgesetzt.

1913 gestaltete Harrison Cady im Life Magazine ein ähnlich düsteres Bild von einer Welt, in der Frauen wählen durften. Mit mehr Schulen, Museen und öffentliche Spielplätze – auf Kosten von Casinos und Bordellen.

Bild: Harrison Cady, 1913

Cartoon: Harrison Cady, 1913

[via The Appendix und Super I.T.C.H.]

3. März 2014
von Karolin
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bierflaschenpustequintett spielt videospielsongs

Ich suche übrigens noch jemanden, der/die mir das beibringt. Und Kehlkopfgesang.

[via Laughing Squid]

3. März 2014
von Karolin
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ze frank: why trust is worth it

I almost imagine trust as these invisible hands that we stretch out into the world looking for someone to hold onto as we walk into the unknown future.